Leichte Sprache
Was ist das Kolleg?
Es gibt das „HBS Promotions·kolleg MARGIN“.
Aber was ist das genau?
Student*innen können sich für das Kolleg bewerben.
Wenn sie ihre Doktor·arbeit schreiben wollen.
Also eine wissenschaftliche Arbeit zu einem bestimmten Thema.
Diese Menschen nennt man dann Doktorand*innen.
An einer Doktor·arbeit arbeitet man lange.
Man schreibt mehrere Jahre lang daran.
In dieser Zeit brauchen die Forscher*innen Geld zum Leben.
Beim Kolleg können sie sich für ein Stipendium bewerben.
Das bedeutet:
Sie bekommen dann Unterstützung durch Geld.
Damit sie sich ganz auf ihre Doktor·arbeit konzentrieren können.
Dafür bewerben können sich Student*innen aus diesen Bereichen:
- Politik·wissenschaft
- Soziologie
- Soziale Arbeit
- Erziehungs·wissenschaft
In ihren Doktor·arbeiten sollen sie dann zu wichtigen Themen forschen.
Die Doktor·arbeiten sollen zum Beispiel untersuchen:
- Welche Menschen werden in Deutschland benachteiligt und warum?
- Wie kann man die Interessen dieser Menschen besser vertreten?
Wie kann man sie besser unterstützen? - Wie wird über diese Menschen berichtet und gesprochen?
Solche Forschungs·themen sind wichtig.
Und jetzt im Moment sind sie besonders wichtig.
Weil sie die Demokratie stärken.
Sodass auch in Zukunft alle Menschen mit·reden und mit·bestimmen können.
Darum unterstützt das Kolleg 9 Menschen bei ihrer Doktor·arbeit zu diesen Themen.
An der TH Köln.
Und an der Uni Duisburg-Essen.
Das Geld dafür kommt von einer Stiftung.
Von der Hans-Böckler-Stiftung.
In schwerer Sprache heißt das Projekt:
Die Repräsentation marginalisierter Interessen im Wohlfahrtsstaat (MARGIN).
Was untersuchen die Forschungs·projekte im Kolleg?
Manche Menschen sind arm.
Sie haben weniger Geld als viele andere Menschen.
Dadurch erleben sie Benachteiligungen.
Sie können sich viele Dinge nicht leisten.
Zum Beispiel:
- schicke neue Kleidung
- Kino
- Essen gehen
- in den Sportverein gehen
- immer eine warme Wohnung haben
Das passiert, weil die Menschen wenig Geld haben.
Aber noch etwas passiert dadurch:
Sie werden ausgeschlossen.
Weil sie oft nicht bei etwas dabei sein können.
Weil sie es sich nicht leisten können.
Zum Beispiel:
- Eine Schul·klasse fährt auf Klassen·fahrt.
Aber 2 Kinder können nicht mit·kommen.
Weil ihre Familien die Klassen·fahrt nicht bezahlen können. - Eine Frau feiert eine Geburtstags·party.
Sie lädt ihre Freund*innen ein.
Aber eine Freund*in traut sich nicht, zu kommen.
Weil sie kein Geld für ein Geburtstags·geschenk hat.
Diese Beispiele zeigen:
Menschen mit wenig Geld sind oft ausgeschlossen.
Das führt zu einem weiteren Problem:
Die Menschen sprechen oft nicht darüber.
Es ist ihnen peinlich.
Oder sie denken:
Niemand hört ihnen zu.
Sie haben nicht die Macht, etwas zu ändern.
Oder sie haben keine Zeit und keine Kraft für eine Veränderung.
Diese Gruppen von Menschen nennt man auch marginalisiert.
Marginalisierte Menschen oder Gruppen stehen oft am Rand der Gesellschaft.
Sie werden nicht gleich behandelt.
Sie werden nicht gehört oder nicht ernst genommen.
Oft haben sie weniger Rechte als andere Gruppen.
Sie haben weniger Geld und weniger Macht.
Die Doktorand*innen untersuchen in ihren Arbeiten die Probleme marginalisierter Gruppen genauer.
Sie erforschen:
- Wie und wo vertreten marginalisierte Menschen ihre Interessen?
- Wo sprechen sie für sich selbst?
- Wer setzt sich noch für die Rechte von marginalisierten Menschen ein?
Wer spricht für sie? - Wie setzen sich Gewerkschaften, Sozial·verbände und andere Gruppen wie Wohlfahrts·verbände für die Rechte von marginalisierten Menschen ein?
Das sind die Themen der Doktor·arbeiten:
- Was brauchen marginalisierte Menschen in Deutschland?
Was sind ihre Interessen?
Was brauchen sie?
Was braucht eine marginalisierte Einzelperson?
Und was braucht die Gruppe marginalisierter Menschen in Deutschland?
Und wie und wo sprechen sie über ihre Interessen? - Warum werden manche Interessen übersehen oder unterdrückt?
Wann passiert das?
Wann ist es früher passiert?
Und warum passiert es heute?
Was hat die Geschichte damit zu tun?
Was waren und sind die Gründe dafür? - Wie kann man eine Interessen·vertretung von marginalisierten Menschen starten?
Was braucht es dafür?
Was muss sich verändern?
Damit marginalisierte Menschen gehört werden? - Wie wird über die Interessen·vertretung von marginalisierten Menschen gesprochen?
Wie wird darüber berichtet?
Welche Sprache wird benutzt?
Welche Bilder werden benutzt?
Und was hat das mit dem Erfolg der Interessen·vertretung zu tun? - Wie kämpfen marginalisierte Gruppen für ihre Interessen?
Was müssen sie tun und wie?
Damit ihre Forderungen Erfolg haben.
Die Doktorand*innen schauen sich die Themen aus verschiedenen Blick·winkeln an:
- Gewerkschaften
- Verbände, die marginalisierte Gruppen vertreten
- Gruppen, die sich für ein gemeinsames Ziel einsetzen
- Soziale Arbeit
Im Kolleg arbeiten Fach·leute aus verschiedenen Bereichen zusammen.
Das nennt man inter·disziplinär.
Die Doktorand*innen nutzen verschiedene Arbeits·weisen in ihren Arbeiten.
Zum Beispiel:
- Interviews
- Umfragen
- Texte untersuchen
Wie ist das Kolleg organisiert?
Das Geld für das Kolleg kommt von einer Stiftung.
Von der Hans-Böckler-Stiftung.
Das Geld bekommen 12 Doktorand*innen.
Diese 12 Doktorand*innen schreiben ihre Arbeiten an 2 verschiedenen Orten:
- an der Technischen Hoch·schule Köln
- an der Universität Duisburg-Essen
2 Personen leiten das Kolleg zusammen:
- Professorin Sigrid Leitner von der Technischen Hoch·schule Köln
- Professorin Simone Leiber von der Universität Duisburg-Essen
Die Doktorand*innen werden von 6 Professor*innen an den beiden Unis betreut.
Die Planung und Organisation des Kollegs passiert an der Technischen Hochschule in Köln.
In diesem Text kommen einige schwierige Wörter und Zeichen vor.
Sie werden hier erklärt.
*
Dieses Zeichen nennt man Gender·sternchen.
So wird es benutzt: Doktorand*innen.
Es bedeutet:
Die Person kann ein Mann sein.
Eine Frau.
Oder die Person kann ein anderes Geschlecht haben.
Alle sind gemeint.
Beim Lesen hört man das Gender·sternchen.
Man macht beim Lesen eine kurze Pause im Wort.
So: Doktorand [Pause] innen.
·
Dieses Zeichen nennt man Mediopunkt.
Man trennt damit lange Wörter.
Zum Beispiel so: Doktor·arbeit.
So kann man die Wörter besser lesen.
Beim Lesen hört man den Medio·punkt nicht.
Doktorand*in
Diese Person schreibt gerade eine Doktor·arbeit an der Uni.
Er oder sie forscht.
Und die Person schreibt darüber eine wissenschaftliche Arbeit.
inter·disziplinär
Inter·disziplinär bedeutet:
Fach·leute aus verschiedenen Bereichen arbeiten zusammen.
Zum Beispiel:
5 Student*innen machen ein Projekt zusammen.
Sie studieren alle unterschiedliche Fächer.
marginalisiert
Marginalisierte Menschen oder Gruppen stehen oft am Rand der Gesellschaft.
Sie werden nicht gleich behandelt.
Sie werden nicht gehört oder nicht ernst genommen.
Oft haben sie weniger Rechte als andere Gruppen.
Sie haben weniger Geld und weniger Macht.
Marginalisierte Menschen sind zum Beispiel:
- Menschen mit wenig Geld
- geflüchtete Menschen
- wohnungs·lose Menschen
Soziale Arbeit
Soziale Arbeit kann man studieren.
Nach dem Studium arbeitet man mit Menschen.
Man unterstützt die Menschen in ihrem Alltag.
Soziale Arbeit verbindet praktische Hilfe mit Fach·wissen.
Soziologie
Soziologie ist eine Wissenschaft.
Es ist die ist die Wissenschaft von der Gesellschaft.
Sie erforscht, wie Menschen zusammen·leben.
Stiftung
Eine Stiftung ist eine Organisation.
Die Stiftung unterstützt Menschen oder Projekte mit Geld.